Gedächtnisspiele für Senioren: was sich eignet und was man erwarten kann
Das beste Gedächtnisspiel für ältere Menschen ist eins, das Spaß macht und das man gern wieder hervorholt: Memory, ein Folgenspiel wie Simon, „Ich packe meinen Koffer“, ein Kreuzworträtsel oder eine Runde Rommé mit der Familie. Es geht um Spaß und Geselligkeit. Dass irgendein Spiel vor Demenz schützt, ist nicht belegt, ganz gleich, was die Werbung verspricht.

Sechs Arten von Gedächtnisspielen
Memory
Karten liegen verdeckt. Immer zwei aufdecken und Paare finden.
Folgenspiele
Die Farben der Reihe nach wiederholen. Jede Runde ein Schritt mehr.
Wortlisten
„Ich packe meinen Koffer“: die Liste aufsagen und etwas dazupacken.
Kimspiel
Gegenstände auf einem Tablett ansehen, abdecken, einen wegnehmen. Was fehlt?
Kreuzworträtsel und Sudoku
Ein Rätsel am Tag, aus der Zeitung oder einer App.
Kartenspiele
Rommé oder Skat: merken, welche Karten schon gefallen sind.
Spiele, die gut ankommen
Fang leichter an, als du denkst. Ein Spiel, das man gewinnt, macht Freude und wird morgen wieder gespielt. Eins, das man dreimal hintereinander verliert, landet im Schrank.
- Memory. Leg 12 Karten verdeckt hin, deck immer zwei auf und behalte die Paare. Sind 12 Karten zu leicht, nimm mehr dazu.
- Folgenspiele. Farben leuchten nacheinander auf, und du wiederholst sie, jede Runde einen Schritt länger, wie bei Simon. Eine Runde dauert nicht mal eine Minute.
- „Ich packe meinen Koffer“. Reihum sagt jeder die ganze Liste auf und packt etwas dazu. Man braucht nichts dafür, und es wird schnell lustig.
- Kimspiel. Leg acht oder zehn Gegenstände auf ein Tablett, lass alle eine Minute lang hinschauen, deck es ab und nimm einen weg. Was fehlt? Diese Runde leiten Enkel besonders gern.
- Kreuzworträtsel, Sudoku und andere Rätsel aus der Zeitung eignen sich als tägliches Ritual für alle, die lieber allein spielen.
- Bei Rommé, Skat oder Doppelkopf merkt man sich, welche Karten schon gefallen sind, und sitzt dabei in geselliger Runde.
Was den Einstieg leicht macht
Ob auf Papier oder auf dem Bildschirm, es sind immer dieselben Dinge, die entscheiden, ob ein Spiel gespielt wird oder in der Schublade verschwindet:
Darauf kommt es an
Wer am Bildschirm spielt, ist mit einem Tablet gut bedient: Alles ist größer als auf dem Handy.
Was die Forschung sagt
Gehirnjogging-Apps haben viel versprochen. 2016 erklärte sich die Firma hinter Lumosity bereit, 2 Millionen Dollar zu zahlen, um ein Verfahren der US-Handelsbehörde FTC beizulegen. Die Behörde warf ihr vor, ohne ausreichende Belege behauptet zu haben, ihre Spiele könnten den geistigen Abbau im Alter bremsen und vor Demenz schützen.
Zwei Jahre vorher hatten das Stanford Center on Longevity und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung eine Stellungnahme veröffentlicht, die eine lange Reihe von Wissenschaftlern unterzeichnet hatte. Es gebe kaum Belege, dass Gehirnspiele das Denken allgemein verbessern oder im Alltag helfen, heißt es darin, und keine Studie habe gezeigt, dass sie Alzheimer oder eine andere Demenz verhindern. Besser wird man durch Übung allerdings in genau dem Spiel, das man übt.
Dieselbe Stellungnahme rät zu einem Leben, das körperlich aktiv, geistig fordernd und gesellig ist. Such Spiele also danach aus, ob sie dir Freude machen, und spiel mit anderen, wann immer es geht.
Wenn die Vergesslichkeit zunimmt oder dir Sorgen macht, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Was dahintersteckt, kann dir kein Spiel sagen.
Quellen: FTC, 5. Januar 2016 und Stanford Center on Longevity, 20. Oktober 2014.
Alt und Jung an einem Tisch
Gedächtnisspiele gehören zu den wenigen Dingen, bei denen Oma und ein Siebenjähriger wirklich auf Augenhöhe spielen. Kinder sind schnell, Erwachsene geduldig. Wechselt euch ab, hängt den Familienrekord an den Kühlschrank und lasst die Jüngsten die nächste Runde leiten.
Molly auf iPhone und iPad
Genau daran habe ich bei Molly gedacht. Vier große Farben im Kreis, jede mit ihrem eigenen Ton, und jede Runde ein Schritt mehr. Bei „Gemütlich“ hast du 7 Sekunden pro Farbe. Schalte „Formen auf den Farben“ ein (Kreis, Dreieck, Quadrat und Raute), dann musst du die Farben nie unterscheiden. Es gibt keine Werbung und kein Konto, und auf dem iPad füllt das Spielfeld den ganzen Bildschirm.
1Vier große Felder, je ein Ton2Farbe 3 von 7
3Gemütlich: 7 Sekunden pro Farbe4Formen auf den Farben- Vier große Felder, je ein Ton
- Farbe 3 von 7
- Gemütlich: 7 Sekunden pro Farbe
- Formen auf den Farben
Molly kostet 1,99 €, einmalig, und alles ist dabei.